Für den Frieden beten

 

 

 

Ein Gebet von Sylvia Bukowski

Gott des Friedens und der Versöhnung:
Wohin sollen wir uns wenden
mit unserer Empörung,
mit unserer Trauer,
mit unserer quälenden Hilflosigkeit
angesichts der Konflikte,
die derzeit toben?

So viele Menschen,
die in Ruhe leben wollen,
werden bedroht,
werden aus ihrer Heimat vertrieben,
werden getötet.

Wir sehen die Bilder derer,
die um Angehörige und um Freunde weinen.
Wir hören hasserfüllte Parolen,
die auch in unserem Land laut werden.
Wir werden zerrissen
von widersprüchlichen Gefühlen,
auch von der Angst,
was aus dem allen noch werden wird.

Wir wenden uns an dich, Gott,
und bitten für die Menschen in der Ukraine,
dass endlich Ruhe einkehrt
in die Kampfgebiete,
und Feindschaft überwunden wird.

Wir bitten dich für die Christen in Syrien und im Irak:
Schütze sie vor ihren Verfolgern
und lass sie sichere Zuflucht finden
bei gütigen Menschen.

Tröste alle,
die um Opfer der Gewalt trauern.
Heile die verwundeten Seelen,
in die sich das Grauen eingegraben hat.

Barmherziger und gerechter Gott:
Erfülle uns mit dem Geist
der Besonnenheit und der Hoffnung.
Mach uns streitbar
gegen menschenverachtende Parolen,
und immun gegen das Gift
von Antisemitismus und von Hass.

Gründe uns in deinem Wort,
das Friedenstiftern Zukunft verheißt.

Sylvia Bukowski

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Erklärung des Moderamens der Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche zum russischen Angriff auf die Ukraine

Angesichts des brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffs Russlands auf den souveränen Staat der Ukraine stellen wir als Moderamen der Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche in der heutigen Sondersitzung fest:

  1. Unser Gott ist ein Gott des „Gott spricht: Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe. Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. (Jeremia 29,12) Jesus mahnt uns: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9).

  2. Das Moderamen verurteilt den Krieg gegen die Ukraine als einen eklatanten Bruch des Völkerrechts und einen Verstoß gegen das christliche An Russlands Präsidenten Wladimir Putin richten wir die Forderung, alle kriegerischen Handlungen sofort einzustellen.

  3. Das Moderamen ruft die Mitglieder unserer Kirche auf, in ihrem Beten nicht Auch Beten heißt Frieden zu stiften.

  4. Das Moderamen unterstützt alle Maßnahmen in Deutschland, die den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine Hilfe und Unterstützung zukommen lassen.

  5. Im Fokus der Bemühungen der Kirchen in Deutschland muss zurzeit die Unterstützung der notleidenden Menschen in der Ukraine Die Evangelisch-reformierte Kirche stellt daher zehntausend Euro für die Arbeit der Diakonie in der Karpatho-Ukraine (Beregowo) zur Verfügung.

  6. Vor dem Hintergrund der Drohung auch des Einsatzes atomarer Waffen bekräftigt das Moderamen den Beschluss der Gesamtsynode vom November 2021 zur Ächtung von „Der Einsatz von Atomwaffen ist ein Verbrechen. Daher fordern wir nicht nur deren Ächtung, sondern darüber hinaus ein Verbot des militärischen und politischen Einsatzes dieser Waffen sowie ein Verbot ihrer Herstellung und Weiterverbreitung.“ Der aktuell von Russland ausgehende Krieg macht die Notwendigkeit, die Welt von Atomwaffen zu befreien, umso deutlicher.
  1. Trotz der aktuellen Bedrohungslage bringt das Moderamen seine Sorge zum Ausdruck, dass eine neue Spirale der gegenseitigen Aufrüstung Ebenso befürchtet das Moderamen, dass der Krieg auf lange Sicht verhindert, dass die Staaten dieser Welt endlich gemeinsam nach Wegen aus den ökologischen und sozialen Krisen suchen.

Leer, am 2. März 2022

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'MILITÄRISCHE AKTIONEN SOFORT EINSTELLEN'

Reformierter Bund: Moderamen bestürzt über russischen Angriff auf Ukraine


© privat

 

Bei dem Angriff auf die Ukraine handle es sich um einen "weiteren Bruch des Völkerrechts", sagt Kathrin Oxen. Die Moderatorin des Reformierten Bundes bittet die Gemeinden um Fürbitten in Friedensgebeten.

„Denn sie reden nicht, was dem Frieden dient,
und ersinnen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande.“ (Psalm 35, 20)

Vor einigen Tagen bereits warnte der Reformierte Bund in seiner Stellungnahme zum Ukrainekonflikt vor einer Eskalation und mahnte zu einer diplomatischen Lösung. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine befinden wir uns in einer neuen Situation. "Mit großer Bestürzung muss das Moderamen des Reformierten Bundes zur Kenntnis nehmen, dass die in seiner kürzlich veröffentlichten Stellungnahme zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geäußerten Befürchtungen nun Wirklichkeit geworden sind", so Kathrin Oxen, Moderatorin des Reformierten Bundes.

Der Angriff auf die Ukraine sei ein "weiterer Bruch des Völkerrechts": "Russland muss seine militärischen Aktionen sofort einstellen", so Oxen. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in den Kriegsgebieten. Wir bitten alle Gemeinden des Reformierten Bundes um ihre Fürbitte in Friedensgebeten und Gottesdiensten und ermutigen, die Kirchen auch zum stillen Gebet tagsüber zu öffnen."

Der Reformierte Bund veröffentlichte bereits 2017 seine Friedensbotschaft („Die Welt, unsere Angst und der Gott des Friedens“) und nahm anlässlich zahlreicher weltweiter Konflikte eindeutig Stellung zu Friedensfragen. Einer der Leitsätze lautet dort: „Angesichts des weitgehenden Versagens internationaler bewaffneter Friedensmissionen gilt mehr denn je der Vorrang ziviler Konfliktlösungen.“ Anlässlich der Ukrainekrise betonte das Moderamen deshalb erneut: „Der Friede Gottes ist die zentrale Verheißung und Berufung der Kirche.“

Friedensgebet:

Gott, du siehst die Schwachheit,
die sich hinter all der nackten Aggression verbirgt.
Gott, du spürst die Angst
in Augenblicken großer Hilflosigkeit.
Heile den kriegerischen Wahnsinn
und schütze alle, die jetzt in Gefahr sind.
Nimm die vergifteten Gedanken aus den Köpfen,
dass Stärke mit militärischer Macht gleichzusetzen sei.
Stärke die Solidarität unter uns.
Stärke diejenigen,
deren Ziele Schutz und Respekt sind.
Wir bitten nicht nur für die, die uns nahe sind,
sondern für alle Menschen,
mit denen wir uns gemeinsam nach einer besseren,
einer friedlicheren Welt sehnen.
Amen

(nach einem Gebet der Kommunität von Corrymeela)

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