Mittwoch, den 8. Juli 2020

WORTmeldung von Pastorin coll. Carolin Zierath

Erzählen tut gut! Sich mit anderen austauschen, ins Gespräch kommen, sich ihnen mitteilen und mit ihnen Freude und Leid teilen, das ist ganz wichtig. Nicht umsonst sagt der Volksmund: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude, doppelte Freude.

In der Zeit seit Ende März ging das Erzählen vor allem über Telefon, Handy oder Messenger-Dienste. Nachdem unser Gemeindeleben seit Mitte Mai aber wieder etwas an Fahrt aufgenommen hat, erlebe ich das im Besonderen in der Gemeinde. Die Menschen wollen und müssen erzählen. Sie suchen Raum dafür, das loszuwerden, was sie in dieser ungewöhnlichen und belastenden Zeit bewegt hat. Kirche ist der Ort dafür! Überall sonst geht es zumeist wieder hektisch und in vollem Tempo weiter. Die Arbeit, die liegen geblieben ist, muss schnell abgehandelt werden. In der Schule muss der verpasste Stoff schnell nachgearbeitet werden. Aber wo bleibt da die Möglichkeit, dem Erlebten nachzusinnen?

Eine Kirche, die mir den Raum dazu eröffnet, in der ich erzählen darf und in der mir erzählt wird, ist für mich glaubwürdige Kirche. Denn, Kirche ist eine Erzählgemeinschaft. Damit steht sie in der Tradition des Volkes Israel, in der Glaube zuerst erzählend weitergegeben wurde. Menschen haben sich über die Erfahrungen ihres Lebens und mit Gott ausgetauscht, sie haben sich selbst damit in einen größeren Kontext gestellt und erfahren dürfen, dass sie hineingenommen sind in eine Geschichte, die größer und länger ist als ihre eigene. Und damit werden sie Teil eines gemeinsamen Erinnerns. Eines Erinnerns daran, was Gott – trotz aller Widrigkeiten des Lebens – doch Gutes getan hat für die Menschen. Wenn wir uns auch mit hineinnehmen lassen in diese Erzähl- und Erinnerungsgemeinschaft, dann kann uns das zu einer Dankbarkeit führen, mit der wir zuversichtlich und wachsam in die Zukunft gehen können!

Darum kann ich sagen: Kirche ist, wo heute zu gestern und morgen gehört, wo Menschen gegenwärtig sind, weil sie erinnern und hoffen und darin miteinander und mit Gott verbunden sind!

Darum tröstet euch untereinander und einer erbaue den andern, wie ihr auch tut.“ 1. Thessalonicher 5,11

_____________________________________________________________________________________________________________________________________________

 

Montag, den 6. Juli 2020

WORTmeldung von Pastor coll. Simon Plenter

„Sterben ist wie Umziehen. Man gibt seine Wohnung hier auf und zieht da oben in eine neue ein.“

Das sagte mir mal eine ältere Frau, für die der „Umzug“ nach menschlichem Ermessen in Sichtweite lag.
Ich empfinde es gerade ähnlich, nur umgekehrt: Umziehen ist wie Sterben.
Als der Kinderwagen unserer Jungs, ihre Wiege und der aufwendig zurecht geschnittene Badezimmerschrank auf dem Sperrmüll lagen, da wurde mir etwas wehmütig. Ein kleiner Teil meines Lebens bleibt bei jedem Umzug auf der Strecke. Und das ist irgendwie auch gut so.
Umzug ist auch die Möglichkeit auszumisten. Sich von altem und kaputten zu trennen, was ich nicht mehr mitnehmen möchte.
Ich habe nachgezählt. Mein elfter Umzug steht nun an. Und jeder Umzug zeigt mir: Du kannst nicht alles mitnehmen. Und da kommt Wehmut auf.
Und gleichzeitig auch Vorfreude. Spannung auf das, was kommt. Ausblick auf einen neuen Lebensabschnitt.
Und die Freude, dass ich einiges doch mitnehmen kann:
Die Liebe meiner Familie.
Freundschaften, die mir wertvoll geworden sind.
Und der Segen meines Gottes, der mich in jede Stadt und in jedes Land begleitet.
Vielleicht ist es gut, so oft umzuziehen.
Vielleicht bereitet mich das irdische Umziehen vor,
auf den letzten großen Umzug, den ich irgendwann antreten werde.
Vielleicht hilft mir diese Erfahrung,
nichts festhalten zu können und doch das wichtigste immer dabei zu haben.
Ich weiß, irgendwann kommt der Umzug, bei dem ich nichts Irdisches mitnehmen kann. Aber das muss ich auch nicht. Denn die neue Wohnung „da oben“ ist dann schon fertig für mich eingerichtet.

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen;
wäre es nicht so, hätte ich euch dann gesagt:
Ich gehe, um euch eine Stätte zu bereiten?
- Johannes 14,2

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________-

Mittwoch, den 1. Juli 2020

WORTmeldung von Pastorin Elisabeth Griemsmann

Für alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel: ...Zeit zum Lieben und Zeit zum Hassen, … Prediger 3,1.8a

Sie sind Freunde. Selbstverständlich begrüßten sie sich mit einer Umarmung, wenn sie sich trafen. Das hat sich seit März geändert. Der Abstand sollte eingehalten werden. Deshalb nickten sie sich nur freundlich zu. Doch das Zunicken blieb irgendwie unbefriedigend. Hat es die Freundschaft belastet? Nein, sicher nicht, denn es kommt doch auf die innere Verbindung an, ob man sich regelmäßig sieht oder schreibt oder telefoniert. Oder doch? Ist eine Distanz entstanden, weil eine Distanz eingehalten werden sollte?

Sie sind Kollegen, aber sie konnten nicht gut zusammenarbeiten. Die Zeit der Kontaktbeschränkungen half ihnen sich auf die Arbeit zu konzentrieren, denn jeder konnte für sich im Home-Office arbeiten. Der gelegentliche Austausch bei den Videokonferenzen der Abteilung konnte sachlich bleiben. Der Abstand hat ihnen geholfen. Nicht dass sie sich hassen, aber sie waren im Umgang vorsichtig und misstrauisch. Der Abstand der vergangenen Monate hat ihnen geholfen...

Sympathie, Vertrauen, Achtung, Verständnis machen unsere engen Beziehungen zu Lebenspartnern und Lebenspartnerinnen, zu Freunden und Freundinnen aus. Liebe ist den Gefühlen vorbehalten, intensiv und heftig. Sie ist ein Geschenk und zugleich eine große Aufgabe, denn sie kann und muss gepflegt werden. Antipathie, Misstrauen, Distanz hingegen belasten eine Zusammenarbeit. Aber es ist kein Hass. Hass mag sich nach einer tiefen Demütigung entwickeln. Eher eine Randerscheinung. Aber findet er nicht immer mehr Raum in den anonymen Beschimpfungen und Hasstiraden des Internets? Oder in Gruppen, die ihren Hass bewusst gegen andere pflegen? Hass zerstört eine Gemeinschaft. Sicher ist es gut, dass wir in unserer Gesellschaft die Auswüchse des Hasses sichtbar machen und bestrafen. Dass wir uns über die Wurzeln von Unrecht und Gewalt klarwerden. Und nicht einmal Hass gegen ein negatives Verhalten ist konstruktiv. Umso mehr freuen wir uns über eine Motivation, die das Gegenüber wahrnimmt und ihm etwas Gutes tun will. Ohne Sympathie, Mitgefühl und Verständnis gelingt keine unterstützende und begleitenden Tätigkeit an pflegebedürftigen Menschen. Aber von Liebe würden wir doch auch nicht sprechen...

Liebe und Hass sind die großen gegenseitigen Gefühle. Sie sind da. Immer wieder. Aber sie sind nicht gleich gewichtet. Liebe eröffnet eine Zukunft, Hass beendet sie. In unserem Alltag geht nicht um die große Liebe. Es ist die kleine Liebe, die uns erfreut. Für Mitgefühl und Respekt können wir etwas tun. Der Hass ist Gott sei Dank verpönt. Es reicht uns aus, alle Folgen von Habgier im Zaum zu halten. Auch in Coronazeiten."

Foto: "FlowerLover" bei pixelio.de".

___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

 

Montag, den 29. Juni 2020

WORTmeldung von Pastorin coll. Carolin Zierath

Was ist farblos, geruchlos und schmeckt nach nichts?

Genau: Wasser. Unser Lebenselixier.

Wir brauchen es zum Kaffeekochen, Zähneputzen, vermehrtem Händewaschen, Duschen, Kochen, Trinken und Blumengießen. Wir verwenden es so selbstverständlich, dass wir oft gar nicht merken, wie kostbar es ist.

Doch als es in den vergangenen Tagen so heiß war, da habe ich ganz deutlich gespürt, wie wichtig dieses Wasser ist. Es tat unglaublich gut, den Durst mit einem kühlen Glas Wasser stillen zu können und die Füße im kalten Wasser des Platschbeckens baumeln zu lassen. Oder sich am Abend den Schweiß des Tages bei einer kühlen Dusche abwaschen zu können. Als am Samstagabend endlich der ersehnte Regenschauer kam, um für Abkühlung zu sorgen und der Natur das nötige Wasser zu zuführte, da tat es gut, auf dem kleinen überdachten Balkon sitzend die Spritzer des kalten Regens auf der Haut und den Geruch von Wasser, dass auf die warme Erde fällt, in der Nase zu spüren.  

Ja, Wasser ist eine tolle Erfindung. Kein Wunder, dass unsere Welt aus reichlich davon besteht. Und immer wieder gibt es uns ein ganz besonderes Gefühl, wenn wir Wassermassen vor uns sehen, das Rauschen des Meeres hören oder den Anblick eines großen Wasserfalls bestaunen. Da hat sich der Schöpfer etwas Großes ausgedacht! Wasser ist Grundstoff des Lebens und Grund zum Staunen und zur Freude an der Schöpfung!

Kein Wunder, dass auch in der Bibel oft vom Wasser erzählt wird und von seinen Eigenschaften Gebrauch gemacht wird. Wasser steht in der biblischen Tradition als Symbol für wahres Leben und als Kraftquelle, die direkt von Gott stammt. Jesus bietet jedem Lebensdurstigen „lebendiges Wasser“ an, also frisches Quellwasser im Unterschied zu abgestandenem und verunreinigtem Zisternen-Wasser.  Dieses frische Wasser direkt aus der Quelle ist Jesus selbst und sein Wort, so wird uns in der Geschichte von Jesu Begegnung mit der Frau am Jakobsbrunnen im Johannesevangelium erzählt. Dort heißt es: „Wer von diesem Wasser (des Brunnens) trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.“ (Johannes 4,13)

Und es geht noch weiter: „Vielmehr“, sagt Jesus zu der Frau am Jakobsbrunnen, „wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.“ (Johannes 4,14) Wer glaubt, so soll das heißen, wird selbst zur Quelle, an der andere ihren Durst stillen können. Das ist ein enormer Anspruch an uns. Doch Jesus formuliert das nicht als eine Forderung oder als ein Befehl. Er formuliert es als Zusage: „Das Wasser, das ich gebe, wird zu einer Quelle.“ Manchmal ist es vielleicht nur eine Quelle, die gerade noch so vor sich hin tröpfelt und nicht sehr viel Wasser spenden kann, bei der ich froh bin, wenn sie meinen eigenen Durst löscht. Manchmal wird sie vielleicht aber auch zu einer sprudelnden Quelle, die mich und andere wirklich erfrischen kann. Was für ein herrlicher Gedanke in Zeiten wie diesen, die nicht nur heiß und trocken sind, sondern geplagt von vielen Ungewissheiten.

____________________________________________________________________________________________________________________________________

Mittwoch, den 24. Juni 2020

WORTmeldung von Pastor Christoph Rehbein

Hilft gegen Depression: JOHANNISKRAUT!

Normalerweise fällt es erst am 24. Juni auf, am Johannistag. Aber was ist in diesem Jahr schon normal? Die Sonne scheint und scheint, so dass es in Hannover schon seit Monatsanfang gelb blühend an vielen Wegrändern zu sehen ist: das Johanniskraut. Menschen, die an einer leichten Depression wie dem neuartigen Corona-Blues leiden, wird Hypericum perforatum als Arznei empfohlen.

Sein Namensgeber wird ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Man nannte ihn Johannes den Täufer. Das Markusevangelium beginnt mit seiner Kurzbiografie. Ein Naturbursche ist er offenbar gewesen, der schon damals die Speisen der Zukunft zu sich nahm: Wilden Honig und Insekten. Dass fleischarme Ernährung ein Baustein im Damm gegen die  Klimaerwärmung wird, spricht sich allmählich herum. Einstweilen freue ich mich, dass sogar gegen die Melancholie ein Kraut gewachsen ist. Und denke über die Tage der Sonnenwende hinaus an seinen Namensgeber.

Im evangelischen Gesangbuch findet sich ein auf Philipp Melanchthon zurückgehendes Lied zu Ehren des Täufers. Es endet mit einem Gebet:
Wir danken dir, Herr Jesu Christ, des Vorläufer Johannes ist; hilf, dass wir folgen seiner Lehr, so tun wir Dir die rechte Ehr.

(Evangelisches Gesangbuch 141,6)

_____________________________________________________________________________________________________________________________________________

Montag, den 22. Juni 2020

WORTmeldung von Pastor coll. Simon Plenter

Manche sagen: Trotz ist eine Phase.
Das ist, wenn dir dein Kind herumtanzt auf der Nase.
Andre sagen: Trotz können Christen sich nicht erlauben.
Gehorsam, nur darauf kommt es an im Glauben.
Glaube ich nicht, denn ich meine: Trotz ist eine Tugend.

Hiob war ein Trotzkopf.
Einer der nicht hören wollte. Einer, der Widerworte gab.
Keiner der zerstören wollte. Nur einer, dem das „klein beigeben“ nicht lag.
Seine Freunde reden ihm zu:
„Sieh doch! Gott straft dich. Denn Schuld hast nur du.“

Die eigne Frau wünscht seinen Tod:
„Verfluch‘ Gott und geh sterben! Das ist das beste in deiner Not.“
Doch Hiob bleibt standhaft, fast bockig wie ein dreijähriges Kind.
Er will nicht aufgeben, was ihm Trost und Hoffnung gewesen sind.
Er glaubt an Gott, trotz all seiner Leiden.
Will nicht einfach so von der Erde scheiden.

Er tobt und klagt: „Gott, wie kann das sein?“
Die anderen fragen: „Hiob, was fällt dir ein?
Schweig stille, denn wir wissen‘s besser.
Mit deinem Gezeter lieferst du dich selbst nur ans Messer.
Dein Leben ist wertlos,
Gottes Allmacht grenzenlos.
Wie kannst du nur glauben, dass ihn interessiert,
wenn einer wie du einen Aufstand vollführt.
Nein, halt dich zurück,
bleib lieber gebückt,
dann bleibt dir mit Glück,
ein Leib noch am Stück.

Und Hiob sprach „Trotz“.
Trotz allem, was ihr sagt. Trotz allem, was ich sehe.
Trotz allem Schmerz, den ich trage. Trotz dem Tal, durch das ich gehe.
Das letzte Wort hat Gott.
Und ob er wird oder nicht. Ich glaube er kann,
mich retten aus meiner Not.

„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Und sein Geist ist das letzte, was hier auf Erden schwebt.“
- Hiob 19,25

(Bild von Murat Demirel auf Pixabay)

__________________________________________________________________________________________________________________________________________

 

 

Mittwoch, den 17. Juni 2020

WORTmeldung von Pastorin coll. Carolin Zierath

Die Krankheit Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Erst als eine mir nahestehende Person daran erkrankte, begegnete mir dieser Name zum ersten Mal. Bei dieser Krankheit bildet eine Überreaktion des Immunsystems Antikörper aus, die die eigene Schilddrüse zerstören. Das klingt verrückt, genauso verrückt wie der Name Hashimoto. Namensgeber ist Hakaru Hashimoto, der diese Erkrankung 1912 erstmals beschrieben hat.

Wenn ich in letzter Zeit Nachrichten gesehen oder Zeitungsberichte gelesen habe, dann erschien mir diese Erkrankung fast wie ein Gleichnis für andere Abläufe in meiner Umgebung. Dann habe ich oft gedacht: „Sind wir nicht alle ein bisschen Hashimoto?“ So wie die körpereigene Abwehr das Augenmaß im Umgang mit möglichen Angreifern verliert, so geht es auch vielen Menschen mit der Beurteilung gesellschaftlicher Probleme. Da wird häufig mit der ganz großen Keule auf alles eingeschlagen, was uns nicht passt.

Aktuelles Beispiel dafür ist die Reaktion des amerikanischen Präsidenten auf zumeist friedliche Protestaktionen gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung, ausgelöst durch den tödlichen Polizeieinsatz gegen den Schwarzen George Floyd. Wie die gestörte Toleranz des Immunsystems, so reagierte auch der Staatspräsident über und drohte Militär gegen die eigene Bevölkerung antreten zu lassen. Diese Überreaktion wird, ähnlich der Überreaktion der Körperabwehr, mehr Schaden als Hilfe sein. Das Vertrauen wird zerstört, die Gemeinschaft der Bevölkerung gespalten, Bürgerkrieg droht.

Aber wir müssen nicht gleich auf den amerikanischen Präsidenten schauen, auch wir neigen dazu, schnell nach einfachen und radikalen Lösungen zu rufen. „Das Kind mit dem Bade ausschütten“ hat man früher dieses Verhalten bezeichnet. Wenn wir diese Toleranz gegenüber Andersdenkenden verlernen, wenn wir immer sofort schwarz-weiß denken, dann schaden wir nicht nur anderen, auch wir selbst nehmen schweren Schaden.

Wenn unser Immunsystem gesund ist, dann hat es gelernt, mit einer Toleranz gegenüber leichten Erregern umzugehen. Das sollten wir doch auch hinbekommen?!?

Jesus geht da mit gutem Bespiel voran. Mich fasziniert immer wieder die Freiheit und Toleranz, mit der er Andersdenkenden und Außenstehenden begegnet.  Kinder zum Beispiel stehen damals im Abseits, am Rande der Gesellschaft. Jesus versammelt Kinder um sich und segnet sie sogar. Frauen haben in der damaligen Männer-Gesellschaft nichts zu melden. Jesus stellt sich auf ihre Seite. Fremde werden ausgegrenzt, Kranke aus der Gesellschaft ausgeschlossen, die Armen sind nach Meinung der Reichen selber schuld. Doch Jesus sieht sie alle an. Er sieht sie alle und teilt mit ihnen, das Brot, seine Nähe, seine Weisheit.

Warum tut er das? Aus Liebe, weil er weiß, dass alle Menschen von Gott gleich geliebt und angenommen sind. Und er ruft auch uns auf, es ihm gleich zu tun. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Markus 12,31) ist der berühmte Satz aus dem Alten Testament, den Jesus aufnimmt und als wichtigstes Gebot bezeichnet. Aus dem hebräischen Urtext kann aber auch übersetzt werden: „Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du.“ Das ist ein starkes Wort und immer wieder eine große Herausforderung für uns. Aber vielleicht hilft es, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, dass unser Nächster ein Mensch ist, ganz genau wie ich und du und dass wir vor Gott alle gleich sind.  

________________________________________________________________________________________________________________________________________

 

Montag, den 15. Juni 2020

WORTmeldung von Pastorin Elisabeth Griemsmann

Sie hat sich verletzt, als sie mit dem Fahrrad stürzte. Sicher trug sie einen Helm. Der Kopf war gut geschützt, aber die abstürzende Hand hatte eine Schürfwunde, die Hose war aufgerissen und das Knie blutete leicht. Nach der Schrecksekunde richtete sie sich langsam auf, Passanten boten ihre Hilfe an. Aber die brauchte sie gar. Sie brauchte nur ein bisschen Zeit, um tief durchzuatmen. Dann konnte sie ihr Fahrrad humpelnd vorwärts schieben. Sie hatte Glück gehabt, einen Schutzengel. Es hätte viel schlimmer kommen können. Aber der Schreck war noch ganz präsent. Sie musste besser aufpassen. Sie wollte doch Verletzungen vermeiden.  

Verletzungen geschehen. Wie leicht bin ich selbst einen Augenblick unkonzentriert? Und schon ist es passiert! Wie leicht kann ein anderer Verkehrsteilnehmer nachlässig sein? Manchmal mit schlimmen Folgen für den Fußgänger! Oder im übertragenen Sinn. Wie leicht kann ich jemand anderen durch meine Worte verletzen? Erweise ich den anderen den nötigen Respekt? Was zerstöre ich durch meine Worte in den Beziehungen? Und welche Hoffnungen mache ich kaputt? All diese Verletzungen betreffen die persönliche und private Ebene.

In der Gesellschaft und in der Öffentlichkeit geht es ebenfalls um gegenseitigen Respekt: Menschen unterschiedlicher Herkunft und Tradition leben in einem Staat zusammen. Sie haben ihre Heimat gefunden und richten sich ein. Aber es gibt auch Privilegien für die einen und Benachteiligungen für die anderen. Konflikte, Aggressionen, Vorurteile erschweren das Zusammenleben. Der Rassismus im Hintergrund muss in jeder Gesellschaft aufgedeckt und abgebaut werden. Denn auch der Rassismus verletzt, zerstört und manchmal tötet er sogar....

Der Prophet Jeremia bat Gott im Gebet um Heilung. Was er den Führenden des Landes mitteilen musste, waren schreckliche Botschaften. Sie sollten sie aufrütteln und eine Verhaltensänderung bewirken. Doch anstatt auf Jeremia zu hören und die ankündigte Entwicklung aufzuhalten, sollte er zum Schweigen gebracht werden. Und Jeremia litt selbst unter der schlechten Nachricht. Wer würde nicht lieber loben und eine gute Zukunft ankündigen. Jeremia hatte es also doppelt schwer. Und in seiner Not bat er Gott: Heile du mich, HERR, so werde ich heil.

Das Heilen ist viel schwerer zu fördern als das Verletzen und das Zerstören. Es braucht Geduld und viele vertrauensbildende Maßnahmen. Und es braucht vor allem Gottes Segen, damit die guten Absichten Erfolg haben und gelingen. Aber das Heilen ist gesegnet. Es gehört zum Schalom, zum Frieden Gottes.

In der Bibel steht: Für alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel: ... Zeit zum Töten/Zerstören und Zeit zum Heilen, … (Prediger 3, 1.3a)

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Mittwoch, den 10.Juni 2020

WORTmeldung von Pastor coll. Simon Plenter

Oktober 2019 in Halle:

Ein Mann verübt einen Anschlag auf eine Synagoge und tötet später zwei Menschen.
„Ich dachte, wir wären weiter.“

16.03.2020 in Europa:
Wegen der Corona-Pandemie schließen fast alle EU-Staaten ihre Grenzen und verbieten die Ausfuhr medizinischen Materials.
„Ich dachte, wir wären weiter.“

25.05.2020 in Minneapolis:
Der Afroamerikaner George Floyd wird von einem weißen Polizisten getötet, der ihm neun Minuten lang sein Knie in den Nacken drückt.
„Ich dachte, wir wären weiter.“

Diese Ereignisse hängen höchstens sehr lose zusammen und sind in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar. Aber einen Zusammenhang haben sie. Die Reaktion von Menschen mit moralischem Kompass war häufig ein erstauntes „Ich dachte, wir wären weiter.“
Waren wir das je? Gibt es ein moralisches Vorankommen? Ich bezweifle das.
Es gibt biologische Evolution. Es gibt technische Evolution. Moralische Evolution gibt es nicht.
Moralisch ist die menschliche Gemeinschaft als Ganze keinen Schritt weiter als vor ca. 500.000 Jahren, als nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der „weise Mensch“ (homo sapiens) die Bühne der Welt betrat.
Der hebräische Philosoph Kohelet fasst das in die Worte:

„Es geschieht nichts Neues unter der Sonne.“

Es gibt kein Vorankommen. Kein „Weiter-sein“.
Kohelet begräbt den Traum von einem langfristigen moralischen Vorankommen.
Er begräbt den verständlichen Wunsch von Menschen, etwas für die Nachwelt zu erschaffen.
Etwas das bleibt. Eine neue Stufe in der moralischen Evolution zu erklimmen.
Das kann für Menschen mit großen Visionen ziemlich frustrierend und ernüchternd sein.
Müssen wir also Visionen und Hoffnungen von einer besseren Zukunft ganz aufgeben?

Müssen wir Martin Luther Kings „Dream“ begraben und zu den Akten legen?

Ich verstehe Kohelet anders.

„Es gibt nichts Neues.“
Das heißt auch: Jeden Tag wieder stehen wir vor der Entscheidung zwischen gut und schlecht.
Diese Entscheidung wird nicht ein für allemal gefällt, als ob wir eine neue Stufe erreichen könnten. Sie wird jeden Tag neu gefällt.
Es geht nicht um Fortschritt.
Es geht schlicht um richtig oder falsch.
Jeden neuen Tag.

Wir müssen den Traum nicht begraben.
Wir müssen nur aufhören, Kings „one day“ als ferne Zukunft zu betrachten und dafür umso stärker das „today“ betonen. Wir Heutigen sind nicht verantwortlich für eine bessere Zukunft.
Zukunft ist die Sache der Zukünftigen.
Wir sind aber verantwortlich für eine bessere Gegenwart.
Heute können wir die Welt gestalten.
Heute können wir dafür sorgen, dass Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus keine Chance haben.
Heute können wir uns für eine gute Welt stark machen.
In unseren Familien, in unseren Gemeinden, in unserer Welt.
Heute können wir den Traum leben.

Kohelet 1,9:

„Was geschehen ist, eben das wird hernach sein.

Was man getan hat, eben das tut man hernach wieder,

und es geschieht nichts Neues unter der Sonne.“

________________________________________________________________________________________________________________________________________

Freitag, den 5. Juni 2020

WORTmeldung von Pastorin coll. Carolin Zierath

Hinfallen…aufstehen…Krone richten…weitergehen…

Ein Spruch, den ich kürzlich beim Vorbeigehen am Buchladen im Kartenständer auf einer Postkarte mit abgebildeter Krone und Prinzessin drauf las. Nicht das erste Mal. Seit längerem gibt es diesen Spruch, schon öfter ist er mir begegnet. Aber heute bleibt er mir im Kopf hängen, heute trage ich ihn den Tag mit mir herum, wiederhole ihn immer wieder. Ich merke, irgendetwas bereitet mir an diesem Spruch Unbehagen.

Zurück zuhause fällt mein Blick auf das lustige Stehaufmännchen meiner Tochter. Ein Clown, der nicht unterzukriegen ist, der, egal wie sehr und wie lange man ihn zu Boden drückt, sich immer wieder aufrichtet und unbeirrt weiterlächelt.

Und jetzt wird mir klar, was mich an dem Bild von der kleinen zu Boden gefallenen Prinzessin mit ihrer Krone und diesem Stehaufmännchen stört: Das ist zu einfach. Als wäre es das leichteste der Welt, einmal kurz auf die Nase zu fallen, dann schnell wieder aufzustehen, die Krone zu richten und weiter zulächeln, als sei nichts gewesen.

In der modernen Verhaltensforschung würde diese Fähigkeit, die Prinzessin und Clown hier aufweisen, übrigens mit dem Wort „Resilienz“ bezeichnet. Es leitet sich von dem lateinischen Begriff resilio ab, was so viel wie abprallen und zurückspringen bedeutet. In der Physik bezeichnet der Begriff „Resilienz“ die Fähigkeit hochelastischer Werkstoffe nach jeder Art von Verformung wieder in ihre Ausgangsform zurückzukehren. In der Verhaltensforschung wird demnach als resilient bezeichnet,  wer die seelisch-emotionale Widerstandskraft aufbringt, sich von Stress, Krisen und Schicksalsschlägen nicht charakterlich verbiegen zu lassen, sondern das Beste aus dem Unglück macht, daraus lernt und durch die Leiderfahrungen über sich selbst hinauswächst. Diese positive Grundeinstellung gegenüber Krisen, so kann man es bei Resilienz-Berater*innen im Internet lesen, komme aus einem selbst heraus und lasse sich erlernen und trainieren.

All das aber führte bei mir an besagtem Tag, als ich am Buchladen vorbeispazierte, zu dem Gefühl, dass ich mich zusammenreißen müsse, dass ich unverletzlich sein muss. Und dass ich das alles allein durchzustehen habe. Und das ist falsch. Ich muss nicht aus eigener Kraft aufstehen und meine Krone richtig rücken, ich muss auch nicht gleich wieder lächeln können. Ich kann mir aufhelfen lassen. Ich darf die Hilfe anderer annehmen. Ich kann um Hilfe bitten und mir die Krone richten lassen. Und ich kann mir die Zeit und Ruhe dazu nehmen, die ich brauche. Vor allem aber kann ich darauf vertrauen,  dass Gott uns helfen und aufrichten will und wird. An allen Tiefpunkten unseres Lebens, an denen uns Schuld, Not und auch manchmal Selbstmitleid niederdrückt, dürfen wir wissen: Gott richtet die zerbrochenen Herzen auf. Er will nichts lieber als Trost spenden und neue Hoffnung schenken. Sei es durch andere Menschen, die sagen „Steh auf“, durch wundersames Lenken der Umstände, durch eigene Einsichten oder auch durch ein Bibelwort. Gott wünscht sich, dass wir unseren Weg finden und ER gibt uns Kraft, Schritte zu gehen, die uns weiterführen.

Denn so spricht Gott:

Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ja, ich stehe dir bei! Ja, ich halte dich mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit! (Jes 41,10)

_________________________________________________________________________________________________________________________________________

Dienstag, den 2. Juni 2020

WORTmeldung von Pastorin Elisabeth Griemsmann

"Wenn ich einer Erinnerung auf die Sprünge helfen muss, blättere ich die Fotobücher durch oder sehe mir alte Fotos an. Manchmal entdecke ich sie auch zufällig beim Aufräumen einer Schublade. Andere Leute beobachte ich in der Bahn, wenn sie sich Fotos auf ihrem Handy ansehen. Und das lustigste oder das eindrucksvollste wird vielleicht gepostet?!

Bei meinen Fotos kann ich einen langen Zeitraum überblicken: aus den abgebildeten Kindern sind mittlerweile Jugendliche geworden, aus Konfirmanden und Konfirmandinnen Brautleute oder Taufeltern, und freundlich lächelnde Seniorinnen sind mittlerweile verstorben. Die Fotos versetzen mich zurück an den Ostseestrand, in Jugendherbergen, in die Kirche oder an Kurorte. Sie lassen mich an Sonne und Sand, an Tischdienst und Lärm, an festliche Kleidung und Versprechen, an Spaziergänge und Cafébesuche denken. Diese Fotos halten fröhliche, unbeschwerte Augenblicke fest. Doch wenn ich sie länger betrachte, wecken sie auch die Erinnerung an das, was nicht so rund lief und was sich nicht wiederholen lässt. Meine negativen Gedanken fange ich dann schnell wieder ein, weil die Fotos die sonnigen Augenblicke festhalten.

So unbeschwert wie auf den Fotos von damals ist es in diesem Frühjahr nicht. Die Abstandsregelungen verhindern Feste und das Zusammen-treffen von Groß und Klein, Gruppenreisen sind abgesagt worden. Ich spüre ein Bedauern, und der Blick auf die alten Fotos macht es mir nicht unbedingt leichter.

Wenn ich die Fotos dann zur Seite lege, verabschiede mich von den jungen und alten Menschen, die mir damals begegnet sind. Und ich verabschiede mich auch von dem, was mir noch im vergangenen Jahr selbstverständlich war. Aber etwas Neues beginnt, mit neuen Aufgaben und Chancen. Und das alte ist nicht verloren, sondern aufbewahrt in meinen Erinnerungen und in Gottes Ewigkeit.

In der Bibel steht: Für alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel: Zeit zum Gebären und Zeit zum Sterben … (Prediger 3,1+2a)"

______________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Freitag, den 29. Mai 2020

WORTmeldung von Pastor coll. Simon Plenter

Der Kirche. Zum Geburtstag.

Vor einigen Tagen war da wieder so Einer.
Einer, den ich zufällig traf.
Wir saßen, beide allein, zusammen im Café
und kamen ins Gespräch.
Über das Wetter, die Krise und Politik;
all das, was es in der Welt halt so gibt.
Und es war nett, echt angenehm,
uns nicht nur schweigend beim Essen zuzuseh‘n.

Bis er die Frage stellte, die bisher immer peinlich Stille schuf:
„Und was machst du so von Beruf?“
„Ich bin Pastor“, sage ich dann.
Bekomme ein kurzes „Oh!“ zurück,
gefolgt von betreten stillem nachdenklichen Blick.
Und manchmal frag ich mich dann,
ob ich nen Sprachfehler hab oder so;
ob Pastor aus meinem Mund so klingt wie „Callboy“.
Doch nein, nach zehn langen Sekunden sagt er mir schon,
in beinah ehrfürchtig andächtigem Ton:
„Ich bin auch gläubig, nur mit der Kirche, da hab ich‘s nicht so.“

Und ja mein Freund, ich weiß das zu schätzen.
Du willst dich verbrüdern und mich nicht vergrätzen.
Aber bitte, lass uns das Gespräch woanders fortsetzen.
Denn gläubig ohne Kirche, das geht für mich nicht.
Mein Glaube braucht andere, ganz unentbehrlich.
Mein Glaube braucht andere, die mit mir gehen,
mir sagen, wie sie die Sache mit Gott so sehen.
Mein Glaube braucht andere, die mit mir singen und beten
und meinen Geist und die Seele in immer höhere fast himmlische Sphären erheben.
Und mich dann aufrichten, wenn ich aus 7.Himmel auf die Erde gefallen bin
und am Boden lieg mit aufgeschlagenem Kinn.
Mein Glaube braucht Menschen zum Nehmen und Geben,
zum Teilen, was wir haben im täglichen Leben.
Mein Glaube braucht Freunde, die helfen und trösten
und mir wieder sagen, dass ich schon erlöst bin.
Mein Glaube braucht Kritiker, die mich zurückrufen,
wenn ich mich versteige auf Leitern mit wachsweichen Stufen.

Mein Glaube braucht Kirche, so einfach ist das.
Und darum komm ich nicht mit, wenn du sagst, du bist gläubig.
Denn für mich ist das mehr als ein einsames „Ich“.

_______________________________________________________________________________________________________________________________________

Dienstag, den 26. Mai 2020

WORTmeldung von Pastor Christoph Rehbein

Bilden wir Besuchs–Tandems!

Viele neue Wörter hat die Coronakrise hervor gebracht. Die meisten davon stiften Angst: Beatmungsplätze, Risikogruppe, Übersterblichkeit.

Und besonders Pandemie! So viel Griechisch erinnere ich noch aus dem Studium: Pan bedeutet „alle betreffend“. Schlimmer als eine Epidemie, die „nur“ hier und dort auftritt.

Vor ein paar Tagen hörte ich von Erleichterungen, was Besuche in Seniorenheimen anbetrifft.

Tandem ist lateinisch und heißt „endlich“. Endlich also ein positiver Begriff – mir bislang nur als Doppel-Fahrrad bekannt. Das Herkunfts–Wörterbuch verrät mehr: Tandems sind „allgemein zwei hintereinandergeschaltete Antriebe, die auf die gleiche Welle wirken“.

Also lasst uns jetzt mal auf eine Welle einwirken: Auf die Welle vorsichtiger Lockerungen! Bilden wir ein BesuchsTandem mit einem alten Menschen im Heim oder Haus, der ohne nahe Angehörige lebt. Beide Seiten werden etwas davon haben!

Heißt du es doch in der Weisheits-Literatur der Bibel:

„So ist's ja besser zu zweien als allein….Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen“. (Prediger Salomo 4,9.12)

Widerstehen! Auch den Einschränkungen in einer Pandemie!

______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________