Partnergemeinde Bonchida (Siebenbürgen)
Seit vielen Jahrzehnten bestehen Verbindungen zwischen unserer Kirchengemeinde und der ungarischsprachigen reformierten Gemeinde in Bonchida. Die Ortschaft liegt etwa 30 Km nördlich von Klausenburg (Cluj-Napoca) in dem Teil von Siebenbürgen, der vor dem ersten Weltkrieg zu Ungarn gehörte. Heute sind nur noch 16% der 4.500 Einwohner des Ortes Ungarn; etwa 60% sind Rumänen und 20% Zigeuner (Roma).
Die reformierte Kirche von Bonchida stammt aus dem Jahr 1130. Im Ort steht auch das prächtige Schloss der Grafen von Banffy, das teilweise schon renoviert ist und viele ausländische Touristen anzieht.
Die Christliche Stiftung Diakonia, das Hilfswerk der Reformierten Kirche in Rumänien, die ihren Hauptsitz in Klausenburg hat, unterhält in Bonchida eine Diakoniestation für die ambulante Altenpflege und ist Trägerin eines Horts für benachteiligte Kinder aus den Romafamilien am Ort.
Unsere Kirchengemeinde unterstützt die Sozialarbeit der reformierten Gemeinde in Bonchida und die Projekte der Diakonia Stiftung in Klausenburg. An der Partnerschaft zur Gemeinde in Bonchida beteiligt sich insbesondere die ungarischsprachige Gemeinde aus Hannover.
Besuch in Bonchida 2019
Vom 26. September bis 2. Oktober hat eine Gruppe aus der deutschen und der ungarischen reformierten Gemeinde Hannover die Partnergemeinde in Siebenbürgen besucht. Die Gruppe verbrachte ein paar Tage in Klausenburg (ungar.:Kolosvar, rumän.:Cluj-Napoca) und besuchte dort die Geschäftsstelle der Diakonie, die von der Ev.-reformierten Kirche und unserer Gemeinde unterstützt wird. Es wurden auch die große zwei türmige reformierte Kirche und die moderne reformierte Holzkirche im "organischen" Baustil besichtigt.
In der Partnergemeinde konnten die elf Besucherinnen und Besucher, zu denen Pastorin Elisabeth Griemsmann und die ungarische Pastorin Magdolna Menke-Pinter zählten, privat bei Familien übernachten. Der reformierte Pastor Janos Marton von Bonchida organisierte Ausflüge und Besichtigungen, so dass die Gruppe viele Eindrücke sammeln konnte. Die Reformierten in Siebenbürgen gehören der Volksgruppe der Ungarn an, die dort früher in der Mehrheit war. Heute bilden die Ungarn eine Minderheit in Siebenbürgen und legen großen Wert darauf, ihre Sprache, ihre Religion und ihre Traditionen zu bewahren und weiterzugeben. Die Diakonie der reformierten Kirche wendet sich aber auch an die Volksgruppe der Roma und bemüht sich besonders um die Kinder, die nach der Schule betreut werden. Mit mobilen Pflegediensten werden bettlägerige Menschen zu Hause gepflegt und gebrauchte Kleidung wird an Bedürftige verteilt.
Gegenbesuch aus Bonchida (November 2025)
Vom 21. bis zum 24. November 2025 hat uns eine Gruppe aus der ungarischsprachigen Kirchengemeinde in Bonchida (Siebenbürgen) unter der Leitung von Pastor János Márton besucht.
24 Erwachsene und vier Kinder haben den Flug von Cluj (Klausenburg) nach Dortmund sowie die anschließende Bahnfahrt nach Hannover unternommen, um unsere Gemeinde kennenzulernen. Die Besucherinnen und Besucher waren über das Wochenende für zwei Nächte bei Familien untergebracht und zogen anschließend in ein Hotel in Laatzen. Am ersten Tag fand eine Fahrt nach Celle statt, wo Pastor Gerrit Schulte-Degenhardt eine Stadtbesichtigung leitete und nach dem Mittagessen in einem Restaurant die Gäste zum Kaffeetrinken in die Räume der reformierten Kirchengemeinde einlud.
Wichtiger Teil des Ausflugs war die Teilnahme an einer Gedenkfeier für gefallene ungarische Soldaten auf dem Waldfriedhof von Celle. Jedes Jahr findet im November eine Gedenkstunde des ungarischen Vereins für die über hundert junge ungarische Rekruten, die den letzten Tagen des 2.Weltkriegs in einem Zug auf dem Heimweg nach Ungarn von einem britischen Bomber getötet wurden.
Höhepunkt des Partnerschaftstreffens war ein deutsch-ungarischer Gottesdienst am Totensonntag in der reformierten Kirche in Hannover, an dem die Pastoren Achim Detmers und János Márton sowie Pastorin Menkene-Pintér mitgewirkt haben. Nach dem Gottesdienst berichtete Pastor Márton von der Situation und den diakonischen Aktivitäten seiner Gemeinde.
Neben dem Besuch des Weihnachtsmarktes und der Stadtbesichtigung von Hannover, ging es mit der Gruppe nach Hildesheim, wo Pastor Hans-Christian Beer eine Führung zu den sehenswerten Kirchen und mittelalterlichen Gassen der Stadt leitete. Im Gemeindezentrum der reformierten gemeinde gab es die norddeutsche Spezialität Grünkohl mit Bregenwurst und anschließend ein reichliches Kuchenangebot zum Kaffee.
Bei diesem abwechslungsreichen und intensiven Programm konnten die menschlichen Verbindungen aufgefrischt werden und die Bande der Parrnerschaft zwischen unseren Gemeinden vertieft werden. Ein Besuch in Siebenbürgen wird als Nächstes ins Auge gefasst.
Nach einer letzten Übernachtung im Hotel in Laatzen ging die Gruppe früh morgens auf die Reise nach Nürnberg, wo sie nach einem kurzen Besuch der Innenstadt den Rückflug nach Cluj antrat.

